Immunbooster Meditation

Ursula Richard

Immunbooster
Meditation

Praktische Übungen für einen achtsamen Alltag
und ein gesundes Leben

Knaur e-books

Inhaltsübersicht

Über Ursula Richard

Ursula Richard meditiert seit Mitte der achtziger Jahre und findet es immer noch eine der lohnenswertesten Aktivitäten. Sie ist Autorin, Übersetzerin u. a. von Thich Nhat Hanh, war viele Jahre Chefredakteurin der Zeitschrift Buddhismus aktuell und ist Verlegerin der edition steinrich.

Impressum

Die in diesem Buch vorgestellten Empfehlungen wurden von der Autorin und dem Verlag sorgfältig geprüft und haben sich in der Praxis bewährt. Dennoch kann keine Garantie für das Ergebnis übernommen werden. Der Verlag und die Autorin schließen jegliche Haftung für Gesundheits- und Personenschäden aus.

 

Originalausgabe Januar 2021

Knaur.Leben Taschenbuch

© 2021 Knaur Verlag

Ein Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlags wiedergegeben werden.

Redaktion: Martina Darga

Covergestaltung: Isabella Materne

Coverabbildung: Marion Stelter

Abbildungen im Innenteil: Marion Stelter

ISBN 978-3-426-46133-4

Es gibt eine Stille
tief inmitten aller
Unruhe.

Buddha

Einführung

Fühlen Sie sich in Ihrem Alltagsleben oft gehetzt und immer wieder schnell überfordert? Wird Ihnen zuweilen alles zu viel? Lassen Sie sich gern ablenken von Facebook, Instagram & Co? Haben Sie Schwierigkeiten, runterzukommen und sich zu entspannen? Hängen Sie mit Ihren Gedanken häufig bei Vergangenem oder machen sich Sorgen über Zukünftiges? Kommen Sie aus dem Gedankenkarussell manchmal kaum mehr heraus?

Vielleicht haben Sie sich dieses Buch gekauft, weil Sie gehört oder gelesen haben, dass Meditation zu mehr Ruhe, Entspannung, Klarheit und Wohlbefinden führt. Ja, dazu kann sie Ihnen verhelfen. Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren eindrucksvoll nachgewiesen, dass Meditation all diese Wirkungen hat und warum das so ist. Allerdings: Meditation ist keine Pille, die man einwirft und bei der dann ganz schnell die gewünschten Wirkungen eintreten. Sie ist kein Wunder- und kein Allheilmittel. Ähnlich wie man beim Joggen die Ausdauer trainiert oder im Fitnessstudio die Muskeln, so bedarf die Meditation ebenfalls eines regelmäßigen Trainings, um wirkungsvoll zu sein. Und sie ist auch nicht als Beruhigungsmittel gedacht, um schwierige Lebensumstände sediert zu überstehen. Manchmal ist es sinnvoller, bestimmte Lebenssituationen, wenn möglich, zu verändern.

Vor nicht allzu langer Zeit wurde Meditation noch als etwas Esoterisches oder Religiös-Fernöstliches angesehen und vielfach belächelt. Inzwischen ist sie in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Schauspielerinnen, Manager, Musikerinnen, Ärzte, Menschen aus allen Berufsgruppen und sozialen Schichten erzählen ganz offen davon, dass und wie Meditation ihnen hilft, sich besser zu konzentrieren, Stress abzubauen und sich geistig und körperlich gesünder, ausgeglichener und wohler zu fühlen. Es gibt eine Vielzahl von Büchern über Meditation, eine Unmenge von Kursangeboten zum Erlernen von Meditation und ebenso zahllose Meditations-Apps. Seit der »Corona-Krise« sind Online-Meditationen via Zoom oder andere digitale Kanäle sehr populär geworden. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sind also in bester Gesellschaft, wenn Sie sich für Meditation zu interessieren beginnen und sich fragen, ob das wohl auch etwas für Sie wäre und Ihnen zu mehr Ausgeglichenheit, Entspanntheit und Wohlergehen verhelfen könnte.

Mit diesem kleinen Buch möchte ich Sie darin unterstützen, eine Antwort zu finden. Es ist heute gar nicht so einfach, sich im Dschungel der Angebote, Ratgeber und Apps zum Thema Meditation zurechtzufinden. Ich möchte Ihnen eine Art Kompass an die Hand geben, der Ihnen die Orientierung erleichtern und einen Einstieg in die Meditationspraxis geben soll.

Im ersten Teil beschreibe ich, was die Wissenschaft mittlerweile über die positiven Wirkungen von Meditation herausgefunden hat. Dass Meditation vielen Menschen guttut, ist längst keine Frage mehr. Wissenschaftlich mittlerweile gut erforscht ist auch, warum das so ist und welche positiven Auswirkungen sie auf unseren Körper, unsere Psyche, unser Gehirn, unser Bewusstsein hat. In den letzten Jahren ist auch immer klarer geworden, dass Meditation unser Immunsystem stärkt und wie das geschieht. Von daher kann sie mit Recht als ein Immunbooster angesehen werden. Einer, der Ihnen immer zur Verfügung steht, der so gut wie keine Nebenwirkungen hat, wenn Sie einige Dinge beachten, dessen Wirkung bei regelmäßiger Anwendung nicht nachlässt, sondern sich verstärkt. Dennoch ist die Meditation nicht für jeden Menschen geeignet, und auch davon wird noch die Rede sein.

Im zweiten Teil geht es um die Meditation selbst. Ich beschreibe, wie Sie ganz konkret mit einer regelmäßigen Praxis beginnen und das Meditieren erlernen können. Im dritten Teil gebe ich Ihnen Anleitungen für verschiedene Meditationen und zeige Anwendungsmöglichkeiten im Alltag auf.

Ich hoffe, dieses kleine Buch macht Sie neugierig darauf, Meditation auszuprobieren, und bietet Ihnen einen geeigneten Einstieg in eine regelmäßige Praxis. Ich wünsche Ihnen, dass Sie am eigenen Leib erfahren können, wie gut Meditation tut und wie bereichernd sie sich auf viele Aspekte des Lebens auswirkt. Für mich war Meditation eine große Entdeckung, als ich sie Mitte der 1980er-Jahre kennenlernte, und sie hat mein Leben entscheidend geprägt. Das wünsche ich Ihnen auch!

Friede beginnt damit,
dass jeder von uns sich jeden Tag
um seinen Körper und
seinen Geist kümmert.

Thich Nhat Hanh

Was sagt die Wissenschaft?

Wie alles begann

Seit Tausenden von Jahren meditieren Menschen. Bekannt ist dies vor allem aus dem asiatischen Kulturraum, aus religiösen Traditionen wie dem Buddhismus oder Hinduismus. Statuen oder Bilder von meditierenden Buddhas oder anderen Gestalten zeigen diese oft tief versunken und mit einem leichten Lächeln auf dem Gesicht. Sie vermitteln Gelassenheit, Konzentration, Entspanntheit, Zuversicht, und es umgibt sie eine Atmosphäre tiefer Stille. Diese Qualitäten sind so anziehend, dass sich heute viele Menschen Buddhastatuen ins Wohnzimmer, in den Flur oder in den Garten stellen, damit etwas davon auf diese Weise in ihr häusliches Umfeld ausstrahlt.

Meditation war und ist ein wichtiger Bestandteil buddhistisch und hinduistisch geprägter Kulturen. Meist war sie dort aber Mönchen, Nonnen oder Yogis vorbehalten und eingebettet in religiöse Glaubensvorstellungen, moralische Grundsätze und oftmals auch einen zeremoniellen Rahmen. Ihr Ziel war Erleuchtung, Erwachen oder Nirwana, und dies unterscheidet sich sehr von dem, was sich die Menschen im Westen heute von der Meditation erhoffen.

Seit den 1960