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Veröffentlicht im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, September 2018

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ISBN Printausgabe 978-3-499-27434-3 (1. Auflage 2018)

ISBN E-Book 978-3-644-40375-8

www.rowohlt.de

ISBN 978-3-644-40375-8

Guten Tag!

Hier schreibt Renate Bergmann. Entschuldigen Se, wenn ich flüstere, aber man weiß ja heutzutage nie, wo sich die Gängster überall verstecken.

Bitte kontrollieren Se, ob Sie auch die Haustür abgeschlossen haben, bevor Sie weiterlesen. Am besten doppelt.

Heute muss ich Ihnen von einer aufregenden Geschichte berichten.

Es ist im Grunde ein Wunder und nur der Tatsache zu verdanken, dass ich so aufmerksam und regelmäßig «Aktendeckel XY» gucke, dass ich hier sitzen und Ihnen schreiben kann. Fast hätte mich nämlich so ein Raudi um meine paar Kröten gebracht! Und dann wäre ich im Armenhaus gelandet bei Wasser und Brot und ohne Klappcomputer, jawohl. Ich sage nur: «Enkeltrick», wenn Se verstehen, was ich meine.

Es war an einem Dienstag. Ich weiß es noch ganz genau. Ich wollte mir gerade das Abendbrot machen, da schellte das Telefon. Der Hausapparat, nicht das Händi.

Ich meldete mich wie immer höflich und korrekt: «Teilnehmer Bergmann, Spandau, guten Tag?» Am anderen Ende hörte ich es atmen, und dann fragte eine Bengelstimme: «Oma? Hallo, Oma! Nu rate mal, wer hier schprischt!»

«Junger Mann, wir sind hier nicht bei ‹Rate mal mit Rosenthal›. Sagen Se, wer Sie sind und was Sie wollen, und hören Sie mit dem Quatsch auf!»

So was! Eine Unverschämtheit. Wissen Se, ich hatte schon das Teewasser aufgesetzt und mir meine Stullen geschmiert. Da kommt eine solche Störung doch ungelegen. Erst recht, wenn nur rumgestammelt wird und der Anrufer nicht sagt, wer er ist und was er will.

 

Denken Se sich nur: Der Rotzlöffel wollte mir im Laufe des Gesprächs tatsächlich weismachen, er wäre mein Enkel! Ob ich ihn denn nicht erkennen würde, fragte er. Wie sollte ich? Ich habe gar keine Enkel! (Merken Se sich das bitte, das wird für die Geschichte noch wichtig!) Na, da hatte er sich aber die Falsche ausgesucht!

Weil ich eben seit über 50 Jahren jeden Monat «Verbrecherjagd XY» im Fernsehen gucke, merkte ich sofort auf. Ganz aufgeregt war ich, und das Herz schlug mir bis zum Hals. Der unverschämte Bengel war natürlich nur die Spitze des Eisbergs, sozusage nur der

 

Nee, hier mussten wir selber handeln. Das wusste ich gleich. Den Halunken würden wir uns schnappen! Und nicht nur ihn, sondern seine ganze Bande!

Ich überlegte.

Meine Freundin Gertrud würde ich einbinden müssen, die war unverzichtbar. Bestimmt brauchten wir einen Spürhund, und auch wenn Norbert, ihr Doberschnauzer, sehr verspielt ist – wittern kann er sehr gut. Zumindest Hundekuchen und Schokolade. Außerdem nennt Kurt die Gertrud wegen ihres Reizdarms immer «Nick Knatterton». Das passte! Hihi.

Und ich? Na, ich bin eben wie dafür gemacht, den Dingen auf den Grund zu gehen! Hatte nicht Gertrud neulich erst «Du siehst aus wie Miss Marple, Renate» zu mir gesagt, als das schicke karierte Kostüm aus dem Teleschoppingkaufhaus ankam? Und die Meiser und die Berber, meine Hausgenossinnen, reden hinter meinem Rücken sowieso nur als «die spitzelnde alte Wachtel» von mir. Bloß, weil ich ein Auge darauf habe, was im Haus passiert.

Und wer wem welche Briefe schickt.

 

Nee, das war klar. Wir würden uns der Sache annehmen und die Gängster zur Strecke bringen, die alte Leute um ihr mühsam Erspartes bringen.

Ich packte gleich die Tasche mit dem Wichtigsten, was wir brauchen würden: Lupe, Notizblock, Stadtplan, Händi, Pfefferspray, Rheumasalbe und Korn.

Die Jagd konnte beginnen.

 

Was wir dabei erlebt, ob und wie wir die Raudis gefangen und was wir nebenher noch so alles rausgefunden, ermittelt und aufgedeckt haben – das schreibe ich Ihnen alles auf. Machen Se sich auf was gefasst!

 

Ihre Renate Bergmann

 

PS: Wissen Sie, was Stefan meint, wenn er von «CSI Kukident» spricht? Ich finde im Interwebs dazu nichts.

Es war der Donnerstag, nachdem der Enkelbetrüger bei mir angeläutet hatte. Andere wären nach so einer Erfahrung vielleicht fix und fertig gewesen mit den Nerven und hätten den Rentnerkaffee abgesagt, aber eine Renate Bergmann nich.

Ach, «Seniorenverein», meine ich. Die olle Kuckert hat sich aufgeregt und wollte es umbenannt haben. Wilma Kuckert. Sie ist Rechtsverdreherwitwe. Keiner mag sie recht. Wissen Se, ich bin bestimmt keine, die auf einsamen alten Leuten rumhackt. Aber Wilma hat nicht nur keine Freunde, sie macht sich auch noch jeden zum Feind. Sogar Ilse! Dabei trägt Ilse Spinnen vor die Tür und lässt sie frei, statt ihnen mit dem Staubsauger den Garaus zu machen. Wissen Se, was Ilse gesagt hat? «Wenn Wilma diese Welt verlässt, dann gibt das hier ein Freudenfest!», hat sie gereimt! Nee, was haben wir gelacht. Seit sich Wilma bei der Rentnerwanderung bei Kurt untergehakt hat, weil sie der Schuh drückte, ist Ilse nicht gut auf sie zu sprechen. Da vergisst sie glatt, dass sie eine ganz Liebe ist. Na ja, wir sagen jetzt jedenfalls «Seniorenverein» und nicht mehr

 

Die Wilma lässt sich ja immer mit der Taxe zum Rentnerclub fahren. Pah! Alle kommen entweder mit dem Auto oder, wenn sie nicht mehr allein fahren können, mit dem Bus. Der eine oder andere lässt sich von den Enkeln fahren, weil es nach dem Kaffee mitunter noch ein Bier oder einen Schoppen «Mädchentraube» gibt. Ich habe meinen Neffen, den Stefan, auch schon gefragt, ob er uns nicht abholen kann, aber so richtig will er nicht. Er windet sich und kommt mit Ausreden. «Drei Duftbäumchen auf der Rückbank» hat er uns genannt, nur weil Ilse, Gertrud und ich uns fein machen und einen Spritzer Kölnisch Wasser auflegen, wenn wir ausgehen. Nee, der Bengel! Aber wenn es drauf ankommt, hat eine Renate Bergmann ihre Tricks. Ich habe ihn angerufen und gesagt, dass wir gerade gemütlich beisammensitzen und Kinderfotos von ihm anschauen. Was meinen Se, wie schnell der da ran war!

Die Kuckertsche fährt jedenfalls mit Limousine vor und lässt sich vom Fahrer sogar die Tür aufhalten und

Bei unserem Kaffeenachmittag kommen alle Alten aus dem Kiez zusammen, ach, das ist immer schön. Man ist mal raus, sitzt gemütlich beieinander und erfährt, was es Neues gibt.

Wir vom Vorstand machen auch die Tischordnung und sehen zu, dass wir alle mal durchrutschen lassen. Es hat ja keinen Sinn, dass Gertrud, Ilse, Kurt und ich an einem Tisch sitzen, nicht wahr? Wir sehen uns bald jeden Tag, was soll man sich denn da immerzu erzählen? Nee, wir gucken, dass wir uns aufteilen und an die anderen Tafeln gehen. Hinterher, auf der Heimfahrt mit dem Koyota, können wir uns austauschen und auf den aktuellen Stand bringen. So wissen wir immer gut Bescheid, was in Spandau los ist: wenn eine in anderen Umständen ist, wer schon wieder fremdgeht oder ins Heim kommt. Die Enkelin vom alten Herrn Heckenschroff arbeitet beim Edeka. Wer bei ihm mit am Tisch sitzt, erfährt manchmal schon lange vor allen anderen,

Nee, Ilse und ich machen immer eine schöne Tischordnung. Wir sind alte Spandauerinnen und wissen nach so vielen Jahren genau, wer mit wem kann und wer nicht. Frieda Klotz und Hermine Hinkel zum Beispiel darf man nie zusammen platzieren, weil Hermine nämlich 64 auf der Silvesterfeier Friedas Fritz das Neujahrsküsschen auf … Aber das führt hier womöglich zu weit. Jedenfalls weiß man nie, ob die Geschichte nicht wieder hochkommt nach all den Jahren. Da will dann keiner dabei sein.

Man muss auch gucken, nicht nur die gleichen Krankheiten an einen Tisch zu setzen. Wenn Sie dreimal Rücken zusammen platzieren, haben die ganz schnell einen Fachkreis über Orthopädie, und die arme Galle daneben langweilt sich und trinkt einen Bohnenkaffee

Man muss aber auch aufpassen, dass niemand aufsteht und einfach an einen anderen Tisch geht. Sonst war am Ende womöglich alles umsonst, und der ganze schöne Plan artet in eine Reise nach Jerusalem aus.

 

An diesem Kaffeedonnerstag saß ich jedenfalls mit Lotte Lautenschläger an der Tafel. Ich kenne Lotte als gesellige Person, die nie um einen kleinen Spaß verlegen ist, aber heute war sie ganz betrübt.

Lotte ist eine treue Seele, die ihr Leben lang fleißig gearbeitet und sich nichts zuschulden kommen lassen hat. Sie war früher Zahnarzthelferin, als das noch so hieß und nicht «zahnmedizinische Fachangestellte». Die hat genug Elend gesehen in über 40 Dienstjahren am Spucknapf, kann ich Ihnen sagen. Nu saß se ganz traurig hinter ihrer Kaffeetasse und wollte nicht so richtig mit der Sprache raus. Zweimal habe ich gefragt,

Lotte guckte ins Leere und aß ihren Streuselkuchen ohne rechten Appetit. Dieses Mal hatte Ilse gebacken. Er war trocken und bröselte von der Kuchengabel, aber es war nun auch nicht so schlimm, dass Lottes Verstimmung daran gelegen haben könnte. Ich ließ es aber dabei bewenden, parlierte mit der Anwaltswitwe, und als die endlich mal austreten ging, machte ich mit Lotte ein Likörchen auf meiner Küchenbank aus. Sie hatte Tränen in den Augen, denken Se nur!

 

Mir ließ das gar keine Ruhe. Gleich am nächsten Tag rief ich sie an, und schon nach dem Mittag saß Lotte auf meinem Küchensofa. Kennen Se noch ein Küchensofa? Ach, ich finde das so gemütlich! Küchen sind in meinen Augen sowieso der Ort, an dem man am leichtesten ins Gespräch kommt. Es ist weniger gezwungen als in der guten Stube, und vieles ergibt sich einfach so nebenher beim Abwasch oder beim Gemüseputzen. Mein Franz liebte die Küchencouch auch, der hat oft ganze Wochenenden darauf verbracht. Er hat da geschlafen, sich die Fußnägel geschnitten, Zeitung gelesen und gegessen. Und wenn es ran war … na, was soll ich mich dummhaben wie die Zick am Strick? Ich sage es frei heraus, wir waren jung, und da sind wir

Nun saß also Lotte in meiner Küche, und ich goss gerade das zweite Glas Likör ein, damit ihre Zunge lockerer wurde. «Lotte, nun erzähl mal. So schlimm kann es doch nicht sein: Was ist passiert?», ermutigte ich sie dezent.

Sie atmete bebend tief ein und brachte mit zitternder Stimme immerhin das Wort «Enkeltrick» heraus. Danach flossen nur noch die Tränen. Die gute Lotte war fix und fertig und sachte erst mal gar nichts mehr.

Dabei war Lotte schon die Dritte bei uns im Kiez, die so einen Enkelanruf bekommen hatte. Kennen Se das? Enkeltrick? Ich meine nicht, wenn die Enkel nach Taschengeld betteln und einem vormachen, dass sie diesen Monat noch gar nichts fürs Zeugnis gekriegt haben. Das machen se alle, die jungen Leute. Da muss man nur streng über die Brille gucken und dann sind se meist stille. Und wenn Sie ihnen mal diskret einen kleinen Schein außer der Reihe zustecken, freuen die sich. Das

Entschuldigen Se.

Nee, der Enkeltrick ist anders. Ich erkläre Ihnen mal, was das ist und wie er geht. Also, da guckt eine Bande die Telefonbücher durch und sucht sich Namen raus, die nach alten Menschen klingen. Wenn einer Friedrich, Oskar oder Wilhelmine heißt, streichen die sich die Nummer an. In ein paar Jahren wird das nicht mehr gehen, denn gerade sind die alten Namen ja wieder sehr modern, und die jungen Eltern nennen die kleinen Geister alle Charlotte oder Fritz. Aber das ist ein anderes Thema. Die werden auch keinen Postanschluss mehr nehmen und sich nicht ins Telefonbuch eintragen lassen. Die haben bestimmt alle nur noch Händi. Dereinst werden die Gängster also die Monikas, Marens und Thomasse anrufen.

Ich habe es ja erlebt, ich weiß, wovon ich rede, und kann aus erster Hand berichten! «Renate» war in den 30er Jahren als Vorname sehr beliebt. Allein beim Seniorentreff sind wir zu fünft! Stellen Se sich nun vor, Sie sitzen als älterer Mensch zu Hause. Da sitzen ja die meisten. Sie gucken eine schöne Serie oder machen gerade den Abwasch oder wischen Staub – da läutet das Telefon. Sie gehen ran, und am anderen Ende der Leitung ist ein junger Mann oder eine junge Frau und brüllt einen durch eine vorgeblich schlechte Leitung an: «Oma? Bist du es? Rate mal, wer hier ist!» Na, nun überlegen Se mal. Man ist ja verdattert im ersten Moment. Wie oft

Also, was sagt man, wenn einen jemand «Oma» nennt und raten lässt, wer dran ist? Je nachdem, ob es eine weibliche oder eine männliche Stimme ist, denkt man «Vivienne» oder «Connor» oder wie die Blagen eben heißen. «Die Waltons vom Prenzlauer Berg» sozusagen, hihi. Wie viele Enkel hat man denn? frage ich Sie. Ich zum Beispiel habe gar keine Enkel, das wissen Se ja.

 

Aber da kommen wir später drauf zurück.

Wenn der Gängster Glück hat – und die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass das klappt –, sagt die Oma: «Vivienne?», und schon isse in die Falle gegangen. Die falsche Vivienne erzählt, dass sie ganz dringend Geld braucht, weil sie die einmalige Gelegenheit hat, ein

Das ist ungefähr die Kurzfassung. Bei mir haben se ja auf Granit gebissen, aber so bedröppelt, wie Lotte hier auf dem Küchensofa saß, war ganz klar, dass die denen auf den Leim gegangen war. Sie nippte schluchzend an ihrem Likör. Langsam beruhigte sie sich ein bisschen. Lotte verträgt ja keinen Korn und trinkt immer nur so süßes Schlabberwasser in den Varianten Johannisbeere, Kirsche und Heidelbeere. Es schmeckt alles ganz fürchterlich süß und man hat hinterher die klebrigen Likörschalen im Abwasch, nee, also schon deshalb ist das für mich nichts.

Lotte hatte sich sehr beeilt, aber in Räuberzivil konnte sie nicht auf die Straße, Eile hin oder her. Wenn man zur Sparkasse geht, dann doch wohl ordentlich angezogen in Rock und Bluse. Lotte hatte sich gerade die Brosche angesteckt und wollte zur Tür raus, da schellte der Apparat wieder. Die jungsche Person, die sich Sandra nannte, war dran und schimpfte, warum Lotte noch immer zu Hause war. Reineweg böse war sie. Lotte ist hin zur Sparkasse, so schnell es eben ging mit ihrem Hammerzeh. Die Frau Pinscher hat noch ein paar Mal nachgefragt, ob sie wohl wirklich so viel Bares braucht, wofür es ist und ob sie sich das gut überlegt hat, aber da die nachgemachte Enkelin ja darauf bestanden hatte, dass sie keiner Sterbensseele ein Wort sagen dürfe, hielt sie den Mund und steckte die großen Scheine in den BH.

Lotte nippte wieder am Likörschälchen, an dem sich nun schon ein kleisteriger Rand gebildet hatte. Das würde ich gleich einweichen müssen, wenn sie weg war.

Sie erzählte weiter. Ganz außer Atem war sie, als sie zu Hause die drei Treppen hoch war, und kaum, dass sie in den Flur kam, schellte schon wieder der Apparat.

Es kam, wie Sie sich es vielleicht schon denken; diese selten einfältige Person hat tatsächlich an der Haustür einem wildfremden Bengel, den sie noch nie gesehen hatte, das Ersparte rausgegeben. In bar und ohne Quittung, nur gegen die Parole «Sandra isst gern Milchreis». Erst als der Halunke weg war, fing die Lotte an zu überlegen. Sie wählte die Nummer der echten Enkelin, die sich nach etlichen Anläutsekunden endlich meldete. «Omi! Dass du mich mal anrufst … Wie geht es dir denn?» Da schwante der Lotte das erste Mal, dass sie wohl ziemlichen Bockmist gebaut hatte. Ganz blümerant im Magen sei ihr geworden, erzählte se. Die echte Sandra ließ sich am Telefon kurz wiedergeben, was passiert war, bevor sie schnurstracks und außer der Reihe bei der Omi vorbeikam. «Geschimpft hat sie», seufzte Lotte, «und mit Recht. Weißte, Renate, ich komme mir wie ein tüdelige olle Tante vor. Das waren meine ganzen Ersparnisse!» Wieder schniefte sie.

Ich gab ihr nichts mehr vom Likör. Wissen Se, auch wenn er nur 20 % hatte – ich kenne Lotte! Die verträgt doch nichts! Wenn wir beim Rentnervergnügen beisammensitzen und meinetwegen auf die Gesundheit eines neuen Urengelchens anst… nee, warten Se. Jetzt bin ich abgerutscht. Urenkelchens, muss es heißen. Das sind ja nun beileibe nicht immer Engelchen, hihi! Wenn einer

Statt Likör bot ich Bohnenkaffee an. Wir brauchten jetzt einen klaren Kopf.

Eine Renate Bergmann ist nicht auf den Kopf gefallen und weiß Bescheid. «Aktenstapel XYJAHREN